Themen der Woche
Iran-Konflikt sorgt für Bewegung am Zinsmarkt
Infolge des Iran-Konflikts steigt der Ölpreis an den Märkten und erhöht damit das Inflationsrisiko. Zwischenzeitlich lag der Preis je Barrel bei 120 US-Dollar. Das wirkt sich schon jetzt auf die Benzinpreise an den Tankstellen aus
und kann bei einem längeren Konflikt auch Folgen für die Wirtschaft haben. Die Europäische Zentralbank (EZB) betont, dass ein vorübergehender Anstieg des Ölpreises aufgrund des Iran-Konflikts weder die mittelfristigen
Inflationsaussichten wesentlich verändern noch politische Maßnahmen erfordern sollte. Ein anhaltender Anstieg könnte dies jedoch bewirken. Der nächste Zinsentscheid der EZB steht am 19. März an.
Der Konflikt im Nahen Osten sorgt bereits für Bewegung am Zinsmarkt. Momentan befinden sich 10-jährige Baufinanzierungen mit einem Zinssatz von im Schnitt rund 3,6 % auf einem attraktiven Niveau (Stand 10. März).
Laut Einschätzung der Interhyp Gruppe deutet allerdings vieles darauf hin, dass die Zinsen mittelfristig steigen könnten Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Dauer des Konflikts ab. „Sollte der Konflikt zu einer
längeren Phase von hohen oder noch höheren Energiepreisen führen, dürften auch die Kapitalmarktzinsen noch etwas weiter steigen“, so die Einschätzung aus dem Interhyp-Bankenpanel. Die Mehrheit des Panels
(rund 67 %) geht vor diesem Hintergrund mittel- bis langfristig von steigenden Bauzinsen aus. (Tagesschau, Reuters)
Vermögen der Privathaushalte ungleich verteilt
Die Privathaushalte in Deutschland besaßen zum Ende des dritten Quartals 2025 ein Vermögen von 9.389 Milliarden Euro. Das ist ein Rekordwert, der nach Berechnungen der DZ Bank im Laufe des Jahres 2026 auf
10,5 Billionen Euro anwachsen könnte. Allerdings ist das Vermögen ungleich verteilt. Etwa die Hälfte entfällt auf die vermögendsten 10 %, das sind rund vier Millionen Haushalte. Am unteren Ende der Skala finden sich laut
Bundesbank etwa 20 Millionen Haushalte, die nur 8 % des Geldvermögens besitzen. Eine Umfrage im Auftrag von ING Deutschland zeigt, dass 27 % von 1007 Befragten kein Geld zurückgelegt haben. Vor einem Jahr lag der
Anteil noch bei 23,5 %. Als Grund wird geringer Verdienst bei hohen Kosten angeführt. (Der Spiegel, ING Deutschland, Bundesbank)
"Muss ich persönlich vorbeikommen?"
Rendite-Chancen durch Abwanderung ins Umland
Für Kapitalanlegerinnen und -Anleger lohnt sich die Immobiliensuche außerhalb der Metropolen. Eine aktuelle Studie zu den Wohnmärkten zeigt, dass vor allem mittelgroße Städte gefragt sind. Vermieterinnen und Vermieter
können abseits der Großstädte künftig höhere Renditen erzielen. Grund ist, dass gerade in kleineren und mittelgroßen Städten die Kaufpreise langsamer gestiegen sind, wie Daten von Immobilienportalen zeigen. Landshut,
Bamberg, Leipzig, Potsdam und Regensburg schneiden dabei nicht nur bei den Renditen, sondern auch im Attraktivitätsranking gut ab. Für die kommenden Jahre erwartet Mark Holz, der die Marktanalyse des
Immobiliendienstleisters Lübke Kelber begleitete, dass sich die Binnenwanderung aus den Metropolen verstärkt, vor allem aus den Städten, in denen Mieterinnen und Mieter, aber auch Käuferinnen und Käufer die höchsten
Preise zahlen. (Handelsblatt+, Rendite-Risiko-Ranking)
EU-Gebäuderichtlinie tritt Ende Mai in Kraft
Bis Ende Mai 2026 muss Deutschland die neue EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) umsetzen. Damit verbunden ist das Ziel, bis 2055 die Klimaneutralität von Gebäuden zu erreichen. Vorerst sind Sanierungen von energetisch
schlechten Häusern vorgesehen. Bestandsimmobilien müssen 2030 die Energieeffizienzklassen E erfüllen, 2033 die Klasse D. Das von der Bundesregierung geplante neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) sieht vor,
dass künftig weiter Gas- oder Ölheizungen in Häuser eingebaut werden können. Das könnte im Konflikt mit den EU-Vorgaben stehen. ( Focus Online, Tagesschau)
